46 % finden vorgeschlagene Arbeitszeitreformen attraktiv für Jobs

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07. Januar 2026

jooble

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Während in Deutschland weiter über die Modernisierung der Arbeitszeitgesetze diskutiert wird – darunter eine mögliche Umstellung von täglichen auf wöchentliche Höchstgrenzen sowie die Einführung einer verpflichtenden elektronischen Zeiterfassung – hat Jooble, eine der größten Jobsuchmaschinen in Deutschland, eine Umfrage unter Arbeitssuchenden durchgeführt. Ziel war es, herauszufinden, wie gut die Vorschläge bekannt sind, welche Erwartungen damit verbunden werden und welche Sorgen bestehen. Insgesamt nahmen 1.140 Personen an der Befragung teil.

Bekanntheit der vorgeschlagenen Reformen

Bevor sie an der Umfrage teilnahmen, wussten 56 % der Befragten nichts über die aktuellen politischen Diskussionen zu Arbeitszeiten und Zeiterfassung. Gleichzeitig gaben 44 % an, mit den Vorschlägen vertraut zu sein.

Einstellungen zur Abschaffung täglicher Arbeitszeitgrenzen

Nach aktuellem deutschem Recht ist die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden begrenzt, mit möglichen Ausweitungen auf zehn Stunden unter bestimmten Bedingungen. Ein diskutierter Reformvorschlag sieht vor, die wöchentliche Höchstgrenze von 48 Stunden beizubehalten, jedoch die starre tägliche Begrenzung zu streichen – was mehr Flexibilität ermöglichen könnte.

Die Umfrage zeigt ein breit gefächertes Meinungsspektrum zu dieser möglichen Änderung.
50,7 % bewerten den Vorschlag positiv, 20,8 % sind neutral. Auf der kritischen Seite stehen 28,5 %, was die Vielfalt der öffentlichen Meinung unterstreicht.

Die Mehrheit (50,7 %) steht dem positiv gegenüber, 20,8 % sind neutral und 28,5 % negativ.

Auf die Frage nach ihrer allgemeinen Haltung zu wöchentlichen Arbeitszeitmodellen gaben 39 % an, dass dieses System Vor- und Nachteile habe. 29,3 % verbinden damit vor allem mehr Freiheit und Flexibilität. 27,9 % befürchten dagegen längere oder anstrengendere Arbeitstage. 3,8 % waren unentschlossen.

Einfluss von Wochengrenzen auf Bewerbungen

Auf die Frage, wie sich Stellenanzeigen in Deutschland mit wöchentlichen statt täglichen Arbeitszeitangaben auf ihre Bereitschaft zur Bewerbung auswirken würden, zeigten sich ähnlich gemischte Reaktionen. 44,6 % würden sich unter einem Wochenmodell eher bewerben, 27,1 % wären weniger geneigt und 28,3 % sehen keinen Unterschied.

Elektronische Zeiterfassung: Einstellungen

Ein weiterer zentraler Reformvorschlag betrifft die verpflichtende elektronische Arbeitszeiterfassung, mit möglichen Ausnahmen für kleinere Unternehmen.

Auch dieses Thema erzeugt geteilte Meinungen. 60,8 % unterstützen eine verpflichtende elektronische Erfassung, 22,2 % sind neutral und 17 % lehnen sie ab. Auf die Frage, wie sich eine solche Pflicht auf die Attraktivität eines Arbeitsplatzes auswirken würde, sagten 46,8 %, dass sie dadurch ein Beschäftigungsverhältnis attraktiver fänden – vor allem aufgrund klarerer Regeln und mehr Fairness. 21,4 % sehen eine sinkende Attraktivität, da sie mehr Kontrolle befürchten. Für 31,8 % hätte es keinen Einfluss.

60,8 % unterstützen die verpflichtende elektronische Zeiterfassung, 22,2 % sind neutral und 17 % lehnen sie ab.

Die Bedenken im Zusammenhang mit der elektronischen Zeiterfassung waren ebenfalls unterschiedlich. Während 33 % keinerlei Bedenken äußern, sorgen sich 25,6 % über eine übermäßige Kontrolle durch den Arbeitgeber, und 24,3 % rechnen mit technischen Herausforderungen oder zusätzlichem administrativem Aufwand. Datenschutz- und Privatsphärenrisiken werden von 14,6 % genannt, und 2,5 % erwähnen andere Probleme, die eine breite Palette weiterer von den Befragten genannter Punkte umfassen.

Zu diesen „anderen Problemen" gehörten:

  1. Bedenken hinsichtlich Überwachung, Kontrolle und Vertrauensverlust
  2. Angst vor strengeren Regeln oder eingeschränkter Autonomie
  3. Möglicher Datenmissbrauch
  4. Technische Schwierigkeiten und administrativer Aufwand
  5. Herausforderungen bei mobiler Arbeit und Homeoffice
  6. Sorge vor Manipulation oder unfairen Abzügen
  7. Nicht vergütete Überstunden
  8. Schwierigkeiten bei flexiblen Arbeitsmodellen
  9. Erhöhter Stress durch Systemkomplexität
  10. Unsicherheit über Erfassungsmethoden

Vertrauensarbeitszeit vs. strikte Zeiterfassung

Die Befragten wurden zusätzlich gefragt, welches Arbeitszeitsystem sie für am vorteilhaftesten halten. Strikte Zeiterfassung wird von 22,3 % bevorzugt, während 29,8 % Vertrauensarbeitszeit favorisieren. Der größte Anteil (47,9 %) spricht sich für ein hybrides Modell aus, das Elemente beider Systeme kombiniert, wodurch es zum am weitesten unterstützten Modell wird.

Die Teilnehmenden äußerten vielfältige Vorschläge: weniger Bürokratie, klarere Regelungen und mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Homeoffice. Gleichzeitig betonten viele die Notwendigkeit, den Arbeitsschutz aufrechtzuerhalten – mit Arbeitszeitgrenzen, Ruhezeiten und transparenten Überstundenregelungen. Weitere Schwerpunkte waren vertrauensbasierte Arbeitskulturen, faire Zeiterfassung sowie eine bessere Abstimmung zwischen politischen Entscheidungen und realen Arbeitsbedingungen unter Berücksichtigung branchenspezifischer Anforderungen.

Auswirkungen auf die Attraktivität von Jobs

Abschließend, in Bezug auf die Gesamtwirkung der vorgeschlagenen Reformen auf die Jobattraktivität in Deutschland, erwarten 46 %, dass die Reformen Jobs attraktiver machen werden, während 32,3 % keinen Unterschied erwarten und 21,8 % einen Rückgang prognostizieren.

46 % finden, dass die Reformen Jobs attraktiver machen, 32,3 % sehen keine Veränderung und 21,8 % bewerten sie negativ.

Methodik

Die Umfrage wurde von Jooble vom 14. Oktober bis 27. November durchgeführt. 1.140 Personen nahmen teil, die statistische Fehlerquote liegt unter 3 %.

Die größte Altersgruppe bilden die über 55-Jährigen (29,6 %), gefolgt von 45–54 Jahren (25,7 %), 35–44 Jahren (21 %), 25–34 Jahren (15,1 %) und unter 25 Jahren (8,6 %). 40,1 % haben eine Berufsausbildung, 29,7 % einen Schulabschluss und 30,2 % einen Hochschulabschluss. Die Teilnehmenden suchen Jobs in verschiedenen Branchen, darunter Gesundheitswesen (15,2 %), Produktion/Industrie (13,5 %), Handel/Gastronomie (11,9 %), Logistik/Transport (11 %) und IT/Technik (8,4 %).

Über Jooble

Jooble ist ein globales produktbasiertes IT-Unternehmen, das als sein Hauptprodukt eine internationale Jobsuchmaschine entwickelt, die Millionen Menschen aus 67 Ländern täglich benutzen. Sie gehört zu den Top-10-Webseiten der Welt in der Kategorie 'Jobs und Beschäftigung' bezüglich des Traffics laut Similarweb.

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